Post aus meiner Küche

Post aus meiner Küche 5.0 oder wieso ich so groß und stark geworden bin.

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Igelwürstchen mit Kartoffelbrei, gebratene Klöpschen, Jagdwurstbrötchen nachm Schwimmen, Omas Superschweinchenfilet. Jägerschnitzel zu Spirellis und Tomatensauce, Lasagne, Käsesuppe mit Hackfleisch und Hähnchencurry mit Ananas… Mhm, ja, wenn ich so genau drüber nachdenke, verbinde ich ungemein viele Sachen mit Wurst und Fleisch mit meiner Kindheit, mhm…

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Aber da wäre auch Grießbrei mit dezenter Zimtkruste, cremige Milchhirse, warme Honigmilch aus der Pülli beim Comiclesen, Selterskuchen mit dickem Zitronenguss. Eis in Käseform oder knallrot mit Kaugummistiel, frisch aufgebackene Croissants mit kalter Vanillefüllung, Benjamin-Blümchen-Torte, Windbeutel und Fanta Pink Grapefruit. Ach ja, was hatte ich für ein ungesundes Leben, damals…

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Aber bevor ihr meinen Eltern einen Vorwurf der Vernachlässigung entgegenbringen könnt, muss ich kurz mal was erklären. Es gab nämlich auch andere Sachen zu essen- Erbsen und Möhren zum Kartoffelbrei zum Beispiel und Salat, vor dem ich zwei Stunden sitzen musste wollte, bis er so richtig schleimig war. Leber, frisch gebraten und suuuuper gesund zwecks de Eisenhgehalts. Kompott zum Pudding (ich meine, is schließlich Obst, ne?) und Linsensuppe mit Apfelmus drin (also, Linsen gleich Eiweißgehalt und so). Ich wurde also gut ernährt, keine Frage und wenn man mich mehr als elegant beim Bouldern = Klettern ohne Seil und Höhe, sieht, weiß man, dass ich richtig dolle stark bin. ; ) Na ja, ihr versteht schon…

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Jedenfalls kam auf einmal meine gesamte Kindheit über mich, als ich mich zur aktuellen Post aus meiner Küche- Runde angemeldet habe. Plötzlich hatte ich Lust auf Papas Kartoffelsuppe und ein Frühstücksei mit Mami (oder auch ne Frühstückskiwi, wo Mami doch nur noch selten Ei ist) und ganz klar auf Milchfläschchen und die Abrafaxe mit Schwesti. Tjaja, diese Nostalgie…

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Für Inas Päckchen habe ich mich also für folgende Leckereien entschieden: Papas Kartoffelsuppe (so als herhzafter Faktor), nur echt mit sauren Gürkchen; Selterskuchen mit Zitronenguss zum selber dekorieren und ganz doll homegemadetes Ananaskaubonbon. Um das Kindheitserlebnis komplett zu machen, habe ich noch ein bisschen Kaffeepulver rein getan (das duftet sooo sehr nach Ommis Hühnersuppe, wenn der Kaffee frisch gemahlen wird, immer wieder ein Highlight beim Arbeiten…) und eine gekaufte Limo mit Pink-Grapefruitgeschmack, nicht ganz Fanta, aber doch ein bisschen so, wie damals in Omas Küche mit Schwesti, wo wir meiner Erinnerung nach immer Schlüppis aufm Kopf hatten. Noch ein paar kugelrunde Lollies dazu und alles in Punkte und rosa-gelb getaucht- et voilà, das ist meine Kindheit.

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Wie mein Päckchen bei Ina angekommen ist, könnt ihr auf ihrem Blog noch mal nachlesen, aber sie schien doch recht erfreut. : )

Um zu den Rezepten zu gelangen, müsst ihr heut mal die funky Fankschn „Weiterlesen“ benützen, sonst sprengt der Umfang des Posts hier den optischen Rahmen. Es lohnt sich aber, glaubt mir, denn wer selber Kaubonbon herstellen können will, der findet gleich auf der nächsten Seite das Rezept und wertvolle Tipps à la Was-Sie-unbedingt-vermeiden-und-was-beachten-sollten-wenn-Sie-aus-einer-selbstüberschätzenden-Laune-heraus-entschieden-haben-Kaubonbon-herzustellen. Na denn, klick gleich hier. : ) ——————————–>

Sooo, beginnen wir aber mit den anderen Rezepten. Das mit dem Kaubonbon eilt ja nicht. Oder? : )

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Maikis und Wibis Papas Kartoffelsuppe mit sauren Gürkchen

Zutaten (für 1 Erwachsenen und 2 sehr gefräßige Kinder)

  • 1 Bund Suppengrün (mit Sellerie, Möhren und Lauch)
  • ca. 800 g Kartoffeln
  • etwas Öl
  • Wasser
  • Salz
  • 2 große Lorbeerblätter
  • 3 Pimentkügelchen
  • saure Gürkchen, so viele ihr wollt

Zubereitung

  1. Das Suppengrün waschen, putzen und fein würfeln (bzw. den Lauch in dünne Ringe schneiden). Die Kartoffeln schälen und würfeln. Alles in einem großen Topf in etwas Öl leicht anbraten, dann mit Wasser bedecken. Lorbeer und Piment mit dazugeben (eventuell in ein Teeei geben) und das Süppchen köcheln, bis die Kartoffeln gar sind. Gewürzbeutel entfernen. Die Suppe mit dem Kartoffelstampfer so fein zerstampfen, wie ihr mögt, nach Geschmack salzen.
  2. Die sauren Gurken in Würfel schneiden und zur Kartoffelsuppe reichen. Mit gebratenen Würstchenscheibchen schmeckt das Ganze noch viiiiiel besser, also, jedenfalls war das damals so. Wird aber auch ohne fein.

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Selterskuchen mit Butterzitronenguss

Zutaten (für ein ganzes Blech voll)

  • 4 Eier
  • 3 Tassen Mehl
  • 2 Tassen Zucker
  • 1 Tütchen Backpulver
  • 1 Tasse Pflanzenöl
  • 1 Tasse Sprudelwasser

Für den Guss

  •  250 g Puderzucker
  • Butter und Zitronensaft nach Bedarf
  • Perlen oder Smarties oder so was für die Deko

Zubereitung

  1. Den Ofen auf 180°C vorheizen. Alle Zutaten für den Teig vermengen (das habe ich früher wirklich einfach alles zusammengehauen, heute schlage ich Zucker und Eier cremig, bevor der andere Kram reinkommt- das Ergebnis is dasselbe). Den Teig auf ein gefettetes Backblech geben und etwa 15 Minuten backen, bis der Kuchen durch ist (Stäbchenprobe!). Normalerweise bräunt er nicht. Nicht zu lange backen, sonst wird er trocken.
  2. Für den Guss etwas Butter (sagen wir mal 100 g…) schmelzen und nach und nach zum Puderzucker geben, eventuell nicht alles benützen. Ist eine dickflüssige Pampe entstanden, Zitronensaft nach Geschmack und Belieben hinzufügen. Die Konsistenz darf gern recht flüssig sein, denn der Guss wird noch härter. Es sollte aber leicht buttrig, süß und nach Zitrone schmecken. Den Guss auf den Kuchen streichen und mit bunten Perlen o.ä. verzieren. Partyhütchen aufsetzen, Topf schlagen spielen und sich mal wieder wie ein Kind fühlen.

Und nun- tadaaaaa- das Rezept fürs Kaubonbon. Es ist sehr… mhm… sagen wir mal „umständlich“, es zu machen. Sagt also nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Die nachstehenden Tipps lege ich euch auch sehr ans Herz, also bitte bis zum Schluss lesen.

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Selbstgemachtes (Ananas-) Kaubonbon

Zutaten (für ca. 50 Stück oder mehr)

  • 120 ml Wasser
  • 10 g Stärke
  • 400 g Zucker
  • 240 ml dickflüssiger Sirup (z.B. der Karamellsirup von Grafschafter)
  • eventuell 5 ml Glycerin (es geht wohl auch ohne), z.B. von hier
  • 3 g Salz
  • 28 g Butter
  • 1 g Natron (kein Backpulver, wirklich Natron)
  • 5- 8 ml Lebensmittelaroma nach Geschmack (z.B. von hier)
  • etwas Lebensmittelfarbe, nach Wunsch
  • 1 Tütchen Zitronensäure in 5 ml Wasser aufgelöst, nach Wunsch
  • Backtrennspray, z.B. von Tortissimo zum Arbeiten (!!!)

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Zubereitung

  1. Das Wasser in einem großen Topf mit der Stärke verrühren, bis die Mischung an Milch erinnert und keine Klümpchen zurück bleiben. Zucker, Sirup, eventuell Glycerin, Salz und Butter hinzufügen und alles bei mittlerer Hitze erwärmen, bis sich der Zucker ganz aufgelöst hat. Dabei mit einem hölzernen Löffel umrühren.
  2. Mit dem Rühren aufhören, ein Zuckerthermometer anklipsen und bei hoher Hitze das Gebräu auf 121°C bringen. Das dauert einen Moment und sprudelt ganz schön, aber es tritt nicht über den Topf. Hope so. : )
  3. Den Topf vom Herd nehmen und sofort das Natron (vorher unbedingt schon abwiegen!) einrühren. Die Masse auf eine vorbereitete Arbeitsfläche kippen, z.B. auf eine große Marmorplatte mit Backtrennspray besprüht oder auf die Rückseite eines Backblechs, mit Backtrennspray besprüht. Ich hatte das Blech. Es ging schon, die Fläche hätte aber gern größer sein können.
  4. Also- die Masse auf die Arbeitsfläche kippen und sofort mit zwei- mit Backtrennspray, haha, besprühten- Teigschabern immer wieder zur Mitte „kehren“, also schieben. Man muss da schnell arbeiten, weil es doch ganz schön flink läuft, aber wenn einer den Topf kippt und der andere schnell schiebt, dann sollte das gehen. Allein klappts auch, tropft vielleicht ein bisschen runter.
  5. So lange zur Mitte schieben, bis die Masse langsam fester wird und nicht mehr so schnell „rennt“. Nun die angerührte Zitronensäure, die Farbe und das Aroma hinzufügen und wieder mit den Teigschabern (man kann auchbesprühte  Tortenglätter nehmen) zur Mitte schieben. Immer, immer, immer wieder. Ab und an wieder etwas Backtrennspray auf die Fläche und die Arbeitsgeräte sprühen.
  6. Wenn die Masse gut abgekühlt und sehr gut anzufassen ist, die Hände (oder die in Gummihandschuhe gehüllten Hände) mit -badam- Backtrennspray einsprühen und das Kaubonbonzeug kneten. Dazu, theoretisch, die Masse auseinanderziehen und wieder zusammen knüllen, auseinander ziehen und zusammen knüllen usw. Bei mir hats leider trotz viel Spray nicht so ganz geklappt und es klebte. Ich habs trotzdem bearbeitet, irgendwie.
  7. So lange ziehen und knüllen, bis es kaum noch geht und das Kaubonbon heller geworden ist. Eine weitere Arbeitsfläche (z.B. ein Tisch mit Backpapier ausgelegt) mit – tadaaaa- Backtrennspray besprühen und das Kaubonbon darauf legen. Ein Ende in die Hand nehmen und drehen, bis der Durchmesser ca. 1 cm dick ist. Mit einer Küchenschere, ganz klar vorher mit Backtrennspray besprüht, in ca. 2,5 cm lange Stücke schneiden und auf Wachspapier legen. Die fertigen Stückchen dann in Wachspapier einwickeln. Hält sich an einem kühlen, trockenen Platz bis zu eine Woche. (Nur! Und dafür der ganze Aufwand…! ; ) )

Das Rezept habe ich aus dem famosen Buch Sugarbaby von Gesine Bullock-Prado, das ich sehr gut leiden kann. Dieses Rezept mochte ich in der Zubereitung aber gar nicht, da es leider nix ward. Also schon, aber nur schwer. Aber lest doch selbst, in meinen mehr als wichtigen Tipps. : )
(Ich denke übrigens, ich habe mir jetzt einen Eintrag im Lieblingsbier-Buch-der-Rekorde verdient, nachdem ich vermutlich am häufigsten das Wort Backtrennspray in nur einem Beitrag benützt habe.)

WERTVOLLE KAUBONBON-ZUBEREITUNGS-TIPPS

Zum Kaubonbon lässt sich sagen: It fu***biiieb biiiiieb su***biiiiiiieb, doing it! Aaaaber das Ergebnis ist fein. Eben selbstgemachtes Kaubonbon, wer hat das sonst schon? Eben. Voll späschial. Wenn ihr es mal nachmacht, solltet ihr Folgendes beachten:

1. UNBEDINGT (!!!) Backtrennspray benützen! Ohne ! geht ! es ! nicht! !!! (Versuch Nr. 1 floss somit ins Klo, so lecker erdbeerig er auch duftete. Danach war das Erbeeraroma leer und Ananas an der Reihe. Auch lecker.)

2. Legt eure Arbeitsfläche gut mit Papier aus, der Kram klebt alles zusammen. So muss man weniger putzen.

3. Die Masse muss richtig lange geknetet werden, was trotz Trennspray nicht einfach war. Hinterher hat man aber Oberarme wie Popeye, also wirklich dolle rumwurschteln. Ich hab ca. ne dreiviertel Stunde geknetet und es war noch nicht fest genug. Mehr hilft mehr.

4. Man braucht gutes Aroma und viel davon. Kann man zum Beispiel hier kaufen. Zitronensäure (in etwas Wasser aufgelöst) gibt einen gewissen Säurekick und machts besonders fein. Kann man aber auch weglassen.

5. Ist eure Masse auch nicht so fest geworden, dass man es drehen und zu lustigen Swirls bauen kann? Einfach in eine mit Wachspapier ausgelegte Form geben, glätten und hinterher in Stücke schneiden. Geht auch, schmeckts genau so.

und 6. und letztens: Nehmt kein Butterbrotpapier, sondern Wachspapier. Ich glaube, das Butterbrot’sche zieht die Feuchtigkeit an und macht, dass die Dingerchen nicht rausgehen. Legt man sie in den Kühlschrank, klappt’s dann aber wieder.

Nun denn, viel Spaß beim Nachmachen! ; ) Berichtet doch gern!

 

6 Comments

  1. Es macht Laune, deine Kindheitserinnungen zu lesen :-) Das kreative Päckchen hätte ich auch gern bekommen! Könntest du nicht noch ein paar deiner Kindheitserinnerungen nachkochen und bloggen??!! Liebe Grüße, Bianca

  2. maike

    Klarooo, das mach ich doch gern. Hatte auch schon darüber nachgedacht, so was mal zu machen. Vielleicht gibt’s dann ja sogar selbstgemachte Schlüppi-Kopf-Limo, wer weiß. : ) Aber danke für deine Nachricht, hat mich sehr gefreut. : ) Liebste Grüße, Maike

  3. Wuerbelchen

    ach du bist so zauberhaft und niedlich :) das hast du sehr fein geschrieben :)

  4. maike

    wuerbelchen, du bist selber zauberhaft! weltbeste schwesti, erstgeborener schläu- und kreativling! luv! <3 <3 <3

  5. Awww, Petterson & Findus :)

  6. maike

    Ist „Awwww“ positiv belegt? : ) Ich hoffe es sehr, denn ich mochte die beiden immer gern. Und mag sie immer noch, hihi. Zu niedlich. : )

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