Reise

This is Australia calling… Maike in Australien Part I

Ich bin stolz verkünden zu dürfen, dass es nun passiert- Ihr, meine passionierten Leser, erhaltet einen exklusiven Einblick in meine Zeit in Australien. Also haltet Euch fest, es wird heiß werden, gefährlich und hoffentlich auch ein bisschen interessant. Also los geht’s- der Rucksack ist gepackt, die Lieben daheim verabschiedet und das Qantas- Flugzeug betreten. Australien ich komme…

Zwölf Stunden trennten uns von Singapur, weitere sechs von Adelaide, South Australia. Der erste halbe Tag im Jumbojet der Qantasflotte verging – haha- wie im Flug; es gab Unterhaltung in schnuckeligen Bildschirmen direkt vor der eigenen Nase, elektrisch aufgeladene, im Dunkeln herrlich blitzende Decken, ein kuscheliges Kissen, und- gaaanz entscheidend- eine Menge Essen. Nicht, dass es das schmackhafteste war, was ich je gegessen habe, aber es macht Spaß, immer wieder Neues zu kosten. Zudem lenkt es vom Flug ab, denn Fliegen ist ja nun auch nicht meine liebste Tätigkeit. Seit Qantas jedoch macht es mir deutlich mehr Spaß.
Egal, nach diesen ersten zwölf Stunden landeten wir in Singapur zwischen, eine sehr tropische, große und architektonisch betrachtet auch etwas größenwahnsinnige Stadt, in deren Zentrum sich Läden für Schuhe nebst Taschen- und Klamottengeschäften tummeln und kein Buchladen, keine Drogerie oder ähnliches zu finden war. Dennoch, recht eindrucksvoll.


Die nächsten sechs Flugstunden verbrachten wir eingepfercht und mit sehr wenig Schlaf, was etwas ungünstig war, da wir um 7 Uhr früh in Adelaide ankommen sollten und diese Nacht nur 1 Stunde Schlaf finden konnten. Dort gelandet wurden wir erst einmal vom Zoll durchforstet und unser mitgebrachtes Sauerkraut und Pflaumenmus für unschädlich befunden; dann durften wir in die Ankunftszone treten und endlich, nach 8 laaangen Monaten, das Fähnchen schwingende Schwesternkind umarmen, abknutschen und liebhaben. Ach, war das schön… : )

An diesem Tag wurden nicht nur die Mitreisenden für die nächsten zwei Wochen (neu) beschnüffelt, sondern auch ein Walk nach Adelaide rein gewagt, ein erfrischendes Lemon Squash/ Bier gesüffelt, ein Straßenkünstler beguckt und etwas Geld gewechselt. Durch den fehlenden Schlaf jedoch konnte ich von dieser vermutlich sehr interessanten Stadt nicht allzu viel aufnehmen und um eine andere Situation für die nächsten Tage zu schaffen, legten wir uns, am Zeltplatz wieder angekommen, erstmal für ein paar Stunden hin.

Mit dem Mietwagen- nennen wir es zärtlich Schlachtschiff 1- wollten wir dann am nächsten Tag runter nach Kangaroo Island fahren, um dort ein, zwei Nächte zu bleiben und uns ein bisschen umzusehen. Da 600 australische Dollar für die Fährfahrt allein jedoch mordsmäßig viel Geld sind (denn 1 Oz-$ sind ca. 0,75€, also demnach sind 600$ knapp 450€…), entschieden wir uns, Expensive-Island hinter uns zu lassen und dennoch die Mission „Pinguine-finden“ im Auge zu behalten. Also ging es ab nach Victor Harbor, verschrien dafür, dass in der Dämmerung die Pingus durch die Gegend watscheln. Genauer gesagt auf Granite Island sollten diese schnuckeligen Tierchen zu finden sein und zudem wurde auch ein Kutsche ziehendes Pony versprochen. Nun ja, im Endeffekt gab es weder Pingus noch Ponies, aber dafür viel Natur, schicke Steine und riesige Wellen.


Unser nächster Stopp war dann der Deep Creek National Park, dort erhofften wir uns, endlich Kängurus zu sehen, die wir eigentlich schon winkenderweise am Flughafen erwartet hatten. Nachdem wir unseren Zeltplatz bezogen hatten, der sogar über eine Dusche und keinerlei Spinnen verfügte, begannen wir unsere schweißtreibende Wanderung. Bergab, bergauf, bergab und wieder hinauf. In einer Bucht habe ich sogar- vermutlich jedenfalls- zwei Delfine gesehen und auch Schlangen soll es gegeben haben. Und dann war es endlich soweit. Kängus. Viele Kängus. Wunderschöne, über Zäune hüpfende Kängus. Ja, das ist wohl Australien, wenn diese schnuckeligen Beuteltiere neben einem durch das Gebüsch krepeln oder elegant über die weiten Flächen springen. Eins muss man wirklich sagen- ein bisschen dämlich sehen die Kleinen schon aus, wenn sie einfach nur laufen, denn da ihre Ärmchen so kurz und die Beine dafür riesig sind, sieht die Laufbewegung ein bisschen wie ein eierndes Rad aus. Oder so ähnlich. Trotzdem war diese erste Begegnung einfach idyllisch, wie dieses Foto beweisen sollte.



Vom Deep Creek National Park aus fuhren wir dann wieder über Adelaide Richtung Norden, wo wir Schlachtschiff 1 gegen ein kaum kleineres Modell (let’s call it No. 2) austauschten und von nun an in zwei Autos- hinzu kam der Honda Accord, der zu meiner Schwester und ihren Kumpanen gehörte- durch die Weiten dieses wunderbaren Kontinents cruisten.

Unser nächstes Ziel waren die Flinders Ranges, ein Gebirgszug im Norden von South Australia, wo wieder fröhlich gewandert werden sollte. Im Mount Remarkable National Park errichteten wir unser erstes Lager und verbrachten einen Abend vor dem Campingwagen zweier Australier, mit etwas Wein, einem sternklaren Himmel und einigen summenden Insekten. Der nächste Tag brachte uns in die Alligator Gorge, wo viele dicke Spinnen in ihren Netzen hockten und riesige Steinwände die Kletterer unter uns in Versuchung brachten.

Über den Pichi Richi Pass (jaha, der heißt tatsächlich so!) fuhren wir in die wunderschöne Stadt Quorn. Quuuuooooorrrn- die Dehnung der Vokale ist hierbei wirklich wichtig. Da gab es einiges zu sehen, zum Beispiel einen Bahnhof. Auch wenn dort Züge nur noch für die Touristen fahren- es fährt immerhin einer, nämlich die Pichi Richi Railway. Ansonsten ist Quorn eben eine Kleinstadt, mit rund 1000 Einwohnern, im Jahre 1878 von Godfrey Walsh gegründet. Mit Quorn verbinde ich noch andere Erinnerungen, dazu aber später mehr.


Unser nächster Zeltplatz befand sich im Wilpena Pound, mitten in den Flinders Ranges. Hier turnten Kängurus ganz nah am Zelt lang, kletterten frech ins Auto und knabberten, noch viel frecher, an des Vaters Reiseführer. Ausserdem ertränkten sich allabendlich Millionen von Fliegen, Grashüpfern und Motten in den Waschbecken, was genauso eklig ist, wie es klingt.

Nach der ersten Nacht in Wilpena machten sich die drei Herren zu einer Wanderung auf und wir Mädchen übernahmen die verantwortungsvolle Aufgabe, für Essen zu sorgen, also einzukaufen. Also fuhren wir nach Hawker, ca. 80 Kilometer entfernt von unserem Camp. Aber da Samstag war, hatte der General Store leider schon zu oder gar nicht erst seine Pforten geöffnet. Deshalb fuhren wir weitere 60 Kilometer nach…wer hätte das gedacht…nach Quorn. Wem ich erzählt hatte, dass wir hinzu 250 km fahren mussten, der muss mir diesen Fehler verzeihen, es waren insgesamt nicht einmal 300. Dennoch, um ein paar Haferflocken, etwas Gemüse und Brot zu kaufen, sind das ganz schön lange Wege. Den Rückweg haben wir uns selbst versüßt, mit einem Walk zu einigen Aboriginal Handprints und Malereien. Sehr schick, aber seht es euch selbst an.

Am nächsten Tag, den wir in Wilpena verbrachten, versuchten wir vor allem eins- der Sonne zu entkommen. Es war heiß, unerträglich heiß und bei der viertelstündigen Wanderung zur Solarstation war die Sonne so intensiv, dass ich mich leicht verbrannt habe. Manchmal geht es wirklich schnell hier. Auch wenn dieser Tag sehr faul war, war es doch eine schöne Pause nach den teilweise hektischen vergangenen Tagen.


Um von Wilpena nach Coober Pedy zu kommen, wo das fröhliche Opalbuddeln auf uns wartete, wollten wir eigentlich nicht via Stuart Highway fahren, aber durch Regenfälle war die unsealed road leider geschlossen und so mussten wir wieder Richtung Port Augusta fahren, was uns- richtig!- zurück nach Quorn brachte. Dort gab es ein kühles Getränk und dann hieß es endlich: Lebwohl, Quorn, Stadt des Pichi Richi Railway!

Hier unterbreche ich erst einmal, denn ich muss endlich los, in die Bibliothek und ernsthaften Tätigkeiten nachgehen. Aber in den nächsten Tagen gibt es dann Teil 2 (von 3?) meiner Reise, im Zentrum wird das rote Zentrum stehen. Ha ha. Und natürlich das Opalsuchen in Coober Pedy. Also bleibt dran, es bleibt auch spannend. : )

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