Torten

Kitschiges Hündchen mit kitischigen Röschen

Es gibt News von der Tortenfront! Man kann es schon erkennen- es handelt sich dieses Mal um eine etwas abgekitschte Torte; man soll mich nicht falsch verstehen, eigentlich liiiebe ich Kitsch, aber dieses mal ging es dann doch etwas zu weit. Ich hatte mir vorgenommen, mal eine Art Motivtorte zu machen, um den Umgang mit Modellierfondant zu üben. Das einzige Motiv aus einem solchen Buch, das ich mochte, war ein struppeliger Hund, der sehr niedlich guckte und auch nicht allzu kompliziert erschien. Na ja, eigentlich wollte ich ihn in einer Blumenwiese sitzen lassen, aber wenn man den ganzen Tag an einer Torte herumbastelt, dann vergeht irgendwann die Lust und man macht statt 50 nur 10 Blümchen. …
Dennoch finde ich ihn eigentlich ganz süß, wie er da so sitzt und leicht vor sich hin schielt. Einen Versuch war es wert und in nächster Zeit werde ich von Figuren die Finger lassen. Das ist mir wirklich eine Spur zu heftig. ; )
Der Kuchen, der sich unter dem Zucker versteckt, war mein geliebter Rührkuchen mit Zitronengeschmack von Peggy Porschen. Ich habe das Rezept (das gibt’s jetzt hier) dazu schon früher gebloggt, man muss nur unter der Kategorie „Torten“ nachsehen und dort bei dem Monster in grün und gelb findet man das Rezept. Gefüllt und anschließend überzogen habe ich den Boden dann mit einer Zartbitterganache, für die ich 250 g gehackte Schokolade mit 250 g leicht köchelnder Schlagsahne vermengt habe, bis eine cremige Masse entstand. Wenn sie abgekühlt ist, lässt sie sich ganz toll verarbeiten.

Nun kommen wir zur Deko. Als erstes braucht man den Rollfondant; das Rezept dazu gebe ich gleich bekannt. Und eins muss ich sagen- es ist ein Rezept, das gelingt und der Fondant ließ sich wunderbar verarbeiten. Wirklich toll! Für den Hund habe ich dann einfach ein wenig CMC- Pulver darunter geknetet, was sich jetzt giftig anhört, aber als lebensmittelecht zugelassen ist. (Bezugsquellen gebe ich auch später bekannt.) Für die Blümchen muss man eine Blütenpaste herstellen; die ist dann richtig schön zah und man kann sie ganz dünn ausrollen, um zauberhafte Blümchen herzustellen. Wenn man all diese Massen hat, ist die Dekoration einer Torte wirklich ein Klacks, das heißt, wenn man einen Plan für die Gestaltung und ein bisschen Fingerfertigkeit und Vorstellungsvermögen besitzt.
Mir hat es jedenfalls mal wieder Spaß gemacht, ein bisschen zu basteln. In nächster Zeit werde ich wohl daran anknüpfen und versuchen, noch hübschere Blumen zu formen.

Rezept

Rollfondant

Zutaten

  • 1 Pck. gemahlene Gelatine (9 gr.)
  • 60 ml Wasser
  • 120 ml Glukosesirup oder anderer Zuckersirup (z.B. Heller Sirup oder Karamellsirup von Grafschafter–> der sieht ungefähr so aus, Karamellsirup von Lidl–> kein Kaffeesirup, z.B. von Monin, das ist zu dünnflüssig)
  • 1 TL Glycerin (pflanzlich, 99%ig –> z.B. bei Tortissimo)
  • 1/2 TL Zitronensäure oder einige Tropfen Butter-Vanille-Aroma
  • 1/2 TL Salz
  • 1000 gr. Puderzucker, gesiebt
  • um Modellierfondant für Figuren zu erhalten: 1 TL CMC- Pulver auf 500 g Fondant (–> auch bei Tortissimo oder von Kukident Super Haftpulver–> das klingt ein bisschen komisch, aber es ist der einzige und lebensmittelechte Bestandteil in diesem HaftPULVER)

Zubereitung

  • Die Gelatine in einem Glasschälchen in den 60 ml Wasser einweichen und quellen lassen, dann in der Mikrowelle oder in einem Töpfchen bei wenig Hitze vorsichtig auflösen.
  • Anschließend den Sirup, das Glycerin, die Zitronensäure und das Salz zugeben. Falls jetzt schon feststeht, dass eine große Menge farbiger Fondant benötigt wird, kann zu diesem Zeitpunkt Farbpaste in die flüssigen Zutaten gerührt werden.
  • Ca. 2/3 des Puderzuckers in eine große Schüssel sieben, in die Mitte eine Kuhle machen und die Gelatine-Mischung hineinschütten.
  • Mit dem Knethaken der Küchenmaschine die Flüssigkeit unter den Puderzucker kneten.
  • Den restlichen Puderzucker auf die Arbeitsplatte sieben, den Fondant aus der Schüssel daraufkippen und dann durch Kneten den Puderzucker unterarbeiten.
  • Den fertigen Fondant luftdicht einpacken und erst nach einem Tag Ruhezeit verarbeiten.
  • Ganz wichtig: Vor dem Ausrollen den Fondant nochmal gründlich durchkneten (Hände leicht mit Palmin einfetten) – erst ist der Fondant etwas bröckelig, aber nach und nach wird er homogen und schön geschmeidig.
  • Dann nach Wunsch mit Pastenfarben einfärben und ausrollen. Das klappt am Besten, wenn man die Arbeitsfläche vorher mit etwas Maisstärke abpudert.
  • Der Fondant kann mindestens 6 Monate im Kühlschrank gelagert werden, vor der Verarbeitung genug Zeit einplanen, damit er wieder auf Zimmertemperatur kommen kann.
  • Für einen Modellierfondant einfach 1 gestrichenen TL pro 500 g Fondant einkneten.

Ach, und dieses süße Törtchen kam auch noch dabei heraus:

Blütenpaste (nach Nicholas Lodge)

Zutaten

  • 1 Eiweiss Gr. L
  • 225 gr. Puderzucker, gesiebt
  • 4 gestr. TL CMC
  • 1 TL Palmin soft

Zubereitung

  • Das Eiweiss in der Rührschüssel einer Küchenmaschine (oder Handrührgerät, mit ganz viel Power) auf höchster Stufe ca. 10 Sek. anschlagen. Vom Puderzucker 2 gehäufte EL abnehmen und zur Seite stellen. Die Küchenmaschine auf niedriger Geschwindigkeit laufen lassen und den restlichen Puderzucker einrieseln lassen. Jetzt die Geschwindigkeit erhöhen und die Maschine ungefähr 2 Min. laufen lassen, bis die Masse seidig glänzend aussieht und eine Konsistenz hat, bei der „weiche Spitzen“ zu erkennen sind. D.h., die Masse wird fest, ist aber noch nicht so steif, dass die Spitzen aufrecht stehen bleiben – die Spitzen, die beim Herausziehen der Rührwerkzeugs entstehen, sollten sich von selbst zu Seite neigen.
  • Während der 2-Min.-Laufzeit der Maschine das CMC in ein kleines Gefäß abmessen. Die Geschwindigkeit der Maschine wieder drosseln und das CMC bei langsamem Lauf in Abstand von jeweils 5 Sekunden nach und nach in die Puderzucker-Eiweiss-Masse einrieseln lassen. Dann die Maschine für einige Sekunden auf höchster Geschwindigkeit laufen lassen, die Masse wird nun fester. Den zu Beginn abgenommenen Puderzucker auf die Arbeitsfläche sieben, die Blütenpaste aus der Schüssel kratzen, mit Palmin soft die Hände leicht einfetten und den Puderzucker unter die Masse kneten.
  • Die fertige Paste in einem Gefrierbeutel luftdicht verschließen und mindestens 24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Vor der Verarbeitung die Paste auf Zimmertemperatur kommen lassen, die gewünschte Menge entnehmen, mit leicht eingefetteten Händen geschmeidig kneten und nach Wunsch einfärben.

Für beide Massen habe ich meinen Handrührer genommen und, ich weiß nicht warum, es hat prima geklappt. Beide Rezepte habe ich übrigens ziemlich genau von der Tortentante übernommen. Vielen, vielen Dank dafür, es war wirklich so viel einfacher, mit einem ordentlichen Fondant zu arbeiten!
So, falls ihr nun noch Fragen, Anregungen und Kritiken habt- her damit. Ansonsten labet euch an diesem schielenden Hündchen. : )

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2 Comments

  1. Judith

    unglaublich, dass du sowas einfach mal nebenbei machts. Durchaus etwas kitschig, aber es sieht mind. ebenso professionell aus. Ich bin völlig beeindruckt. Das kleine Törtchen hats mir total angetan. Vielleicht kann ich dich später mal für meine Hochzeitstorte arrangieren…

  2. maike

    Liebe Judith, gerne entwerfe ich dir deine Traumtorte und setze sie mindestens genauso schön um. ;) Sag einfach Bescheid, wenn es so weit ist und wenn du vorher mal ein kleines, hübsches Rosentörtchen möchtest, mach ich auch das gerne. Liebste Grüße und weiter fleißig Kommentare schreiben! :)

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